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Samstag, 17.12.2011

Bitte nicht die Tastatur füttern

Bei «Jeder Rappen zählt» geschehen bisweilen seltsame Dinge: Pinguine singen und Computer-Tastaturen essen Kuchen.

Sie mag Süsses: die JRZ-Tastatur. (cic)

«Jeder Rappen zählt» ist, wenn Kinder ihr Sparsäuli spenden, Jassrunden ihr Stammtisch-Kässeli in den Spendenschlitz kippen, Schwarzgeldkonteninhaber ihr Gewissen per Spende bereinigen und sogar Bankengegner ihre in Matratzen eingenähten Ersparnisse zur Glasbox bringen (ohne Matratze).

Kurzum: Bei «Jeder Rappen zählt» spenden Menschen dem Teufel ein Ohr ab. «Jeder Rappen zählt» heisst aber auch: Das Publikum kann die drei Moderatoren in ihrem natürlichen Habitat, der Glasbox, beobachten. Kathrin Hönegger tigert auf und ab, Anic Lautenschlager igelt sich beim Mikrophon ein und Nik Hartmann dackelt zum Spendenschlitz.

Yo, Pingu!
Dazu passend schleichen allerlei wunderliche Gestalten aus der Tierwelt rund ums Glashaus. Ganzkörper-Verkleidungen sind schampar en vogue. Beispiel gefällig? Ein Pinguin singt lauthals einen Song von Radio 200 000 mit und streckt seine Plüsch-Flügel in die Luft, um einen neuen Spenden-Zwischenstand zu bejubeln. Yo, Pingu!

Dann friemelt der Pinguin einen Fotoapparat aus seinem Pinguin-Hosensack und fotografiert, wie eine Platzbesucherin ein Foto davon macht, wie sich ihre Schwester mit der Miss Schweiz zusammen fotografieren lässt. Hätte ich ein fototaugliches Taschentelefon dabei, ich würde ein Foto davon machen.

Die Akte Rüeblikuchen
Ein Foto mit einem Prominenten ist übrigens das Ziel einer besonders aufgeweckten Besucherin. Sie zeichnet sich dadurch aus, am Hintereingang des Glasboxgeländes zu lauern und eine Stunde lang sicherheitshalber jeden Hintergrundhelfer und Kulissenschieber zu fragen: «Bist du prominent?». Hätte ja sein können.

Einem dieser leider mit Null Prominenz gesegneten Hintergrundhelfer ist es dafür vergönnt, die Episode der gefrässigen Tastatur zu prägen. Weil eine Computertastatur spukt, wird sie gedreht und geschüttelt. Ein halber Rüeblikuchen rieselt aus den Tastaturzwischenräumen. Seither funktioniert sie wieder tadellos. Und neben dem Computer steht ein Schildchen: «Bitte nicht füttern!».

Robin Alder

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