2. So wird den Kindern konkret geholfen
Wassermangel und Fehlernährung können bei Kindern schneller als bei Erwachsenen zu Langzeitschäden führen.
Kinder sind auf den Schutz durch erwachsene Personen angewiesen. Dieser kann in Konflikt- und Kriegssituationen durch das Auseinanderreissen der Familien nicht mehr gewährleistet werden. Die Trennung von ihren Nächsten zählt mitunter zu den schlimmsten Erfahrungen, welche Kinder erleben.
Kinder haben auch ein Recht auf Schulbildung und spätere Integration im Berufsleben. In Kriegssituationen ist auch dies oft nicht möglich. Gleichzeitig sind Schulen in Kriegssituationen besonders gefährdet, ob als Zielscheiben für militärische Attacken oder als Rekrutierungsorte für Kindersoldaten.
Die Glückskette finanziert seit 2003 Hilfsprojekte für Kinder, die Opfer von Kriegen wurden. Diese Projekte fokussieren auf drei Bereiche, in denen Kindern in Kriegssituationen ganz besonders auf Unterstützung angewiesen sind:
- Umschulung, Wiedereingliederung von Kindersoldaten zurück in ein normales Leben
- Behandlung von Kindern mit Traumatisierungen, für vertriebene Kinder, welche seit Jahren in Flüchtlingslagern leben.
- Hilfe für Kinder mit Verletzungen und Behinderungen (z.B. Minenopfer)
Grundbedürfnisse
- Trinkwasser- und Ernährungssicherung: Zugang zu Trinkwasser, Lebensmittelhilfe mit Produkten für Säuglinge und Kleinkinder
- Unterkunft: Bereitstellung von sicheren, kindergerechten Unterkünften mit Betreuungsangebot
- Materielle Nothilfe: spezifische Nothilfe für Kinder (Bsp. Hygieneartikel, Windeln, Produkte für Säuglingspflege, Baby- und Kinderkleider)
- Medizin: Gewährleistung einer medizinischen Grundversorgung, die sich bewusst an den Bedürfnissen von Kindern ausrichtet.
Physische Gesundheit
Viele Kinder sind gerade durch die Trennung von ihren Eltern und Angehörigen von Ängsten und Traumatas geplagt.
Ein ganzheitliches medizinisches und therapeutisches Behandlungsangebot durch ausgebildete Fachpersonen unterstützt die Kinder bei der Bewältigung des Erlebten und des Trennungsschmerzes:
- gezielte kindergerechte Therapieangebote
- psychologische Unterstützung
- gezielte Unterstützung von Kindern mit Behinderungen
- Spielangebot (Flüchtlingslager, -siedlungen und -aufnahmezentren mit Spielplätzen ausrüsten).
Ersatz der familiären Strukturen
Gezieltes Angebot an familiären Ersatzstrukturen, zum Beispiel:
- Kinderhorte, Schulen, Beratungsstellen in Flüchtlingslagern
- Empfangs- und Beratungszentren
- Anlaufstellen für Strassenkinder (z.B. in Stadtquartieren)
- Angebot von Streetworkern
- Kinderhorte und Kindergärten mit Ganztagesstrukturen
- Unterstützung bei Familienzusammenführungen und Suche nach Angehörigen
- Unterstützung bei Fremdplatzierungen bei Pflegeeltern
- Programme zur gesellschaftlichen Integration von Kindersoldaten und Kindersoldatinnen
Sensibilisierung im gewaltfreien Umgang
Kinder in Kriegssituationen werden in einem Umfeld gross, das geprägt ist von Angst, Hass und Aggression. Es ist wichtig, die angelernten Muster der gewaltsamen Konfliktbewältigung zu unterbrechen und der Weitergabe von Gewalt von Generation zu Generation entgegenzuwirken.
- Erlernen des friedlichen Umgangs untereinander
- Aufzeigen von Möglichkeiten für gewaltfreies Zusammenleben und friedliches Austragen von Konflikten (Bsp. Sport, Spiele, gemeinsame Gruppenaktivitäten und gemeinsame Erlebnisse, Trainings in Konfliktbewältigung)
Schule und Bildung
Es ist ein zentrales Bedürfnis, dass Kinder eine Schule besuchen können. Sie haben ein Recht auf Bildung.
- Bau und Wiederaufbau der zerstörten Bildungsinfrastruktur
- Bereitstellung eines Vor- und Hauptschulangebots
- Angebot von Nachhilfestunden und Stützunterricht
- Unterstützung der staatlichen Organe/Behörden beim Betrieb und Aufbau des staatlichen Schul- und Bildungswesen (z.B. Fördermassnahmen der Lehrerbildung)
Rechtliche Unterstützung
- Juristische Beratungsangebote durch professionelle Fachkräfte
- Vernetzung und Hilfestellung an staatliche und nichtstaatliche Organisationen/Institutionen, welche mit den Bereichen von Kinderschutz, Kinderförderung und Integration vertraut sind.
Professionalisierung der Kinderhilfe
Ausbildung und Förderung von medizinischem und nicht medizinischem Fach-/Betreuungspersonal, welches über spezifisches Fachwissen im Umgang mit kriegsversehrten Kindern und Jugendlichen verfügt.






