1. Die Situation im Überblick
Überall lauern Gefahren: Kinder werden von militärischen oder paramilitärischen Truppen als Soldaten eingezogen. Kinder werden entführt und als «Handelsware» verkauft. Kinder werden misshandelt.
Als Folge von Kriegen und Konflikten fristen viele von ihnen ein klägliches Dasein und leben auf offener Strasse ohne jegliche Einbindung in ein soziales Netzwerk.
Drei der grössten Probleme sind der Einsatz von Kindersoldaten, die Vertreibung von Kindern und Landminen. Jedes fünfte Landminenopfer auf der Welt ist ein Kind:
Kindersoldaten
Seit dem 12. Februar 2002 ist gemäss UN-Kinderrechtskonvention der Missbrauch von Kindern als Soldaten verboten. Die Zahl der Kindersoldaten hat sich seither jedoch kaum geändert. Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf 250'000 geschätzt.
Minderjährige werden sowohl von regulären Armeen wie auch von Rebellengruppen rekrutiert. Kindersoldaten sind in vielen Fällen fester Bestandteil der bewaffneten Kriegsparteien. Sie werden als Spione, Soldaten und menschliche Schutzschilder missbraucht.
Eingezogene Kinder, insbesondere Mädchen, werden oft auf brutalste Weise vergewaltigt und missbraucht. Und sie sind besonders gefährdet, sich mit HIV/Aids anzustecken. Sie werden oft ein Leben lang von schweren Traumatas begleitet.
Die Gründe, weshalb Kinder zu Kindersoldaten werden, sind vielfältig:
- In den meisten Fällen werden Kinder durch militärische und paramilitärische Gruppen zwangsrekrutiert.
- Aufgrund grösster Armut und keiner Möglichkeit, ihren Kindern eine Existenz zu bieten, sehen sich Eltern nicht selten gezwungen, ihre Kinder für (wenig) Geld an militärische und paramilitärische Einheiten zu verdingen.
- Manche Kinder sehen den Beitritt in eine militärische Einheit auch als Chance, bewaffnete Konflikte zu überleben, da bestehende familiäre, soziale und ökonomische Strukturen zusammengebrochen sind.
Ist der Krieg vorbei, werden die aus dem Krieg zurückkehrenden Kinder nicht selten aus der Lebensgemeinschaft verstossen und sind völlig auf sich selbst gestellt.
Laut UNO Jahresbericht 2010 kämpfen Kinder unter anderem an der Seite der folgenden militärischen und paramilitärischen Organisationen: für die Übergangsregierung in Somalia, die paramilitärische Gruppe «Widerstandsarmee des Herrn (LRA)» in Uganda, die militante Untergrundorganisation von Abu Sayyaf im Süden der Philippinen oder eine Rebellengruppe des Stammes der Hutu auf dem Gebiet des Kongos (FDLR).
Kinder auf der Flucht
Die Zahl der bewaffneten Konflikte und Kriege hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Kinder sind ganz besonders betroffen. Viele verlieren durch Kriege und Konflikte ihre Eltern und ihre nächsten Angehörigen. Ohne erwachsene Bezugspersonen, allein auf der Flucht, sind sie der Gewalt schutzlos ausgeliefert und werden nicht selten Opfer von Kinderhandel. Dabei sind Mädchen gefährderter, Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt zu werden, als Knaben.
| Land | Anzahl Flüchtlinge | Anteil Flüchtlinge unter 18 Jahren |
| Pakistan | 4'744'098 | 49% |
| Thailand | 3'615'552 | 45% |
| Dem. Rep. Kongo | 2'362'295 | 45% |
| Somalia | 1'576'544 | 58% |
| Irak | 2'026'798 | 45% |
| Sudan | 1'426'412 | 50% |
| Uganda | 992'984 | 53% |
| Syrien | 1'357'546 | 37% |
| Kolumbien | 3'304'362 | 14% |
| Iran | 1'072'346 | 38% |
Landminen
Trotz der weltweiten Ächtung von Landminen werden jedes Jahr 15'000 bis 20'000 Menschen bei Minenexplosionen verletzt oder getötet. Landminen sind insbesondere für Kinder eine tödliche Gefahr: Ihre natürliche Neugierde und ihr Spieltrieb werden ihnen oft zum Verhängnis. Jedes fünfte Landminenopfer auf der Welt ist ein Kind.






