«Alles geili Sieche»
Was guckst du? Die Nachteule kann auch seltsame Mails schreiben.
Sich im Radioalltag um die Redaktionspost zu kümmern ist nicht per se ein beliebter Job. Denn das läuft so: Die Reklamationen darf man als Redaktor selbst behalten und die Fanpost geht gleich weiter zu Sven Epiney und seinen Moderationsgschpänli. Wie wohltuend anders ticken die Uhren doch während «Jeder Rappen zählt».
Da gibt's praktisch flächendeckend Lob und Anerkennung für die Moderatoren in der Glasbox, für die Sache und die wichtigsten Personen der Spendenaktion: die Spenderinnen und Spender. «Ihr seid die Besten! JRZ fägt!» lobt Manuela aus Burgdorf. Noah aus Basel meldet: «Ich bi so stolz uf die ganz Schwiiz!» und Christoph Würsch mailt aus Paraguay die Aufmunterung: «Mached wiiter so!»
Vögel der Nacht
Diese drei sind durchaus repräsentativ für das Gros der Wortmeldungen via Facebook, Twitter und per Mail. Sprachlich läuft der Diskurs also durchaus bodenständig. Die meisten schreiben halt so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Womit wir mit dem Schnabel bei den schrägen Vögeln der Nacht sind.
Es sind Nachteulen, die wir aufgrund ihrer Schreibe der Gattung der Schnapsdrosseln und Schluckspechte zuordnen. Den Vogel abgeschossen hat hierbei JRZ-Gucker Mario M.* (*Name von ihm selbst nicht geändert, dafür war er wahrscheinlich zu hackedicht).
Nachteulen-Award
Wir stellen uns vor, dass er erst eine Stunde lang bei TV-Werbungen für Sexchats hängenblieb, dann tapfer weiterzappte, bis ihm bei «Jeder Rappen zählt» die Fernbedienung aus der Hand fiel.
Anschliessend fasste er sich ein Herz, schrieb ein niveauarmes Mail, guckte es sich nochmals an und dachte sich: «Heieiei, jetzt muss ich aber auch noch die Spendenaktion ein wenig loben, das kommt sicher an.» So liest sich sein Mail folgendermassen: «Ihr sind mier geili Sieche!» (Lob). Und weiter im Text: «Anic, di sött ma ****!» (Obszönitäten à discrétion). Mario M., der Nachteulen-Award ist dir sicher.
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