Der Testlauf vor dem Start: «Doch, das kommt gut!»
Ruhe vor dem Sturm kann man das schon nicht mehr nennen: Vor der Glasbox war am Sonntagnachmittag schon einiges los.
«Tom, sag nochmals, dass es nur ein Test ist», ruft JRZ-Reporterin Rebecca Villiger durchs Mikrofon beim Spendenschlitz in die Glasbox. Draussen auf dem Bundesplatz sammeln sich nämlich allmählich die Leute, und nicht alle wissen, dass die Spendenwoche noch nicht gestartet hat.
«Wir dachten, es laufe schon», sagt eine Mutter aus Biembach im Emmental, die mit ihren beiden Buben vor der Box steht. Aber morgen müssen diese zur Schule, daher nehmen sie heute ein Auge voll JRZ.
Endlich: Die Leitung in den Kongo steht
Es gibt ja auch schon einiges zu hören, wenn auch nur testhalber, und es klingt auch ganz schön real, etwa die Probeschaltung zu Mario Torriani in den Kongo. Absolut real sind auch die technischen Probleme: «Wir brauchten eine halbe Stunde, bis wir eine Leitung zu Mario hatten und Moderator Tom Gisler mit ihm sprechen konnte», verrät Anic Lautenschlager.
«Aber als es dann klappte, war ich beeindruckt, wie gut es klingt.» Kein Rauschen oder Knacken in der Leitung - als wäre Mario draussen auf dem Bundesplatz statt im Kongo, wo er während der ganzen Woche Hilfsprojekte für Kinder im Krieg besucht.
Anic ist überhaupt zuversichtlich für die Spendenwoche: «Doch, das kommt gut. Ich bin nervös, aber ich freu mich sehr.» Die Nervosität ist Anic nicht anzusehen: Ganz gelassen arbeitet (bzw. signiert) sie sich durch einen Stapel JRZ-Autogrammkarten.
Nik winkt durch die Scheibe
Reporterin Rebecca Villiger steht immer noch am Spendenschlitz und bittet - testhalber - um eine Autogrammkarte. Die perfekte Gelegenheit für Anic, um sich mit den letzten Details vertraut zu machen: Wie geht dieser Schlitz überhaupt von innen auf? Wo reicht man die Autogrammkarte durch? Und durch welches Mikrofon antwortet man raus auf den Bundesplatz?
Ein paar Meter neben Rebecca auf dem Bundesplatz steht eine Gruppe von Frauen aus Rothenturm, warm eingepackt in Windjacken und Schals. Ihnen macht es überhaupt nichts aus, dass erst getestet wird: «Ich ha eifach welle de Nik Hartmann grüesse, de huere Luus-Cheib!» lacht Agnes. Sie sei ein grosser Fan von ihm. Glück für Agnes: Nik hat gerade Pause, steht an der Glasscheibe der Box und winkt ihr zu.
Gegenüber im Spendenbus der Swisscom sind ebenfalls die letzten technischen Vorbereitungen im Gange: Kabel werden herumgetragen, die letzten Computer angeschlossen. Der Swisscom-Lehrling Dennis Zimmermann war schon letztes Jahr bei «Jeder Rappen zählt» dabei und freut sich auf den Start der Spendewoche: «Es ist ein super Event für einen guten Zweck, es ist toll, dass ich auch dieses Jahr wieder dabei sein darf.»
Sogar aus Holland kommt Publikum
Zurück draussen auf dem Bundesplatz: «Hey, we have the same thing in the Netherlands», sagen Rick, Pete und Minno aus Amsterdam, drei Informatiker, die in Bern auf Geschäftsreise sind und denen die Glasbox sofort ins Auge gestochen ist. Sie sehe genau gleich aus wie jene von Serious Request in Holland.
Die drei jungen Männer sind bis Mittwoch in Bern und haben fest vor, auch in den nächsten Tagen regelmässig auf dem Bundesplatz vorbeizukommen. «Wir wollen doch die Atmosphäre sehen bei der Schweizer Spendenaktion!» (sg)
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