Anic in Kolumbien: «Diese Kinder brauchen unsere Hilfe»
Eine illegale Siedlung in Bosa (Bogotá). Das kleine Mädchen lebt mit seinen fünf Geschwistern und seiner Mutter inmitten von Müll und Dreck. (DRS 3)
Kaputte Häuser. Aus Müll gebastelte Hütten. Streunende Hunde und immer wieder mal ein Huhn, das auf dem matschigen Boden vergeblich etwas Essbares sucht. Wir sind in einer illegalen Wohnsiedlung in Bosa, einem Quartier am Rande der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.
Die Menschen, die hier leben haben gar nichts mehr. Und eigentlich sind sie hier auch gar nicht zu Hause. Wegen dem bewaffneten Konflikt mussten sie aus ihren Dörfern flüchten. So zusagen direkt in die Armut. Auf dem dreckigen Boden vor einem Häuschen sitzt ein kleines Mädchen und spielt. Mir fehlen die Worte...
Die Menschen stehen zwischen den Fronten
Der Konflikt, der in Kolumbien schon seit mehr als 40 Jahren andauert, ist komplex. Und um ehrlich zu sein: Ganz verstehen kann ich ihn immer noch nicht. Die Bevölkerung vor allem auf dem Land steht zwischen den Fronten.
In den kleinen Dörfern im kolumbianischen Regenwald leben Menschen umzingelt von Guerillas und Paramilitär. Immer mit der Angst im Nacken es könnte etwas passieren. So wie 2002 im kleinen Dorf Bellavista. Dort wurde während eines Kampfs zwischen Guerillas und Paramilitär eine Kirche von einer Bombe getroffen. 119 Menschen starben. 46 davon Kinder.
Lachende Kinder überall
Und trotz allem haben die Menschen, die wir besuchen durften eines nicht verloren: Ihre Würde. Überall wurden wir mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen und das Lachen der Kinder wird mir noch lange im Ohr bleiben.
Und: Dank Hilfe aus der Schweiz haben die Kinder beispielsweise eine Chance auf Bildung und damit auch auf ein besseres Leben. (Anic)
Infos
Das Hilfswerk Vivamos Mejor betreibt in den Armenvierteln von Bogotá Programme zur Wiedereingliederung von im eigenen Land vertriebenen Kindern in die reguläre Schule.
HEKS unterstützt Kinder und Jugendliche im Norden Kolumbiens. Mit einer Ausbildung und psychosozialer Begleitung entwickeln sie trotz Krieg und Gewalt neue Lebensperspektiven.
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