Ganz konkret: Hilfe für Mütter in Not
Von ihren Familien ausgestossene Mädchen und Frauen können sich in Mali medizinisch untersuchen und beraten lassen - auch dank dem Einsatz der Caritas.
Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust. Zu dieser Selbstdiagnose gelangt, wer versucht, Begriff «Mütter in Not» ein Gesicht zu geben. Einerseits fühlt man sich ein bisschen, wie ein Feuerwehrmann, der einzig mit einer kleinen Zierpflanzengiesskanne ausgerüstet, zum Grossbrand.
Andererseits wird bei der Tour d`horizon durch die Welt der Hilfswerke schnell klar, dass jeder einzelne konkrete Fall von Hilfe für Mütter in Not nicht selten das Zünglein an der Waage spielt und über die Frage entscheidet, ob Mutter und Kind überleben.
Wasser selber mitbringen
Diese Überlebensfrage stellt sich in Ländern rund um die Welt gerade bei schwangeren Frauen. Im westafrikanischen Benin beispielsweise mussten Frauen für die Geburt selbst sauberes Wasser mitbringen. Sonst wurde das Wasser aus dem verschmutzten Ziehbrunnen neben der Geburtsstation geschöpft, nicht selten mit fatalen Folgen für Mutter und Kind. Die Hilfsorganisation Helvetas hat helfen können.
Rund um den Globus gibt es Länder, in denen eine Geburt zum eigentlichen Glückspiel wird, weil die hygienischen und medizinischen Voraussetzungen fehlen. So engagiert sich die CBM Christoffel Blindenmission beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo.
Spital ja, Bus nein
Frauen wurden dort erst von Rebellen vergewaltigt, wurden schwanger, und dann von ihren Familien verstossen. Eine Gesundheitsstation, die sich um sie kümmert, würde ohne Hilfsorganisationen nicht existieren.
In Bangladesch gäbe es zwar Spitäler, aber vielen Familien fehlt eine Transportmöglichkeit, um im Notfall die werdende Mutter dahin zu bringen. Die Hilfsorganisation «Enfant du Monde» kümmert sich darum.
Ausbildung für Mütter
Ist das Kind einmal auf der Welt, ist oft der Mann weg und es ist an der Mutter, sich um das Überleben des Kindes zu kümmern. In der kolumbianischen Gemeinde Soacha sind viele dieser Mütter ohne Schulabschluss. Hier hakt das Hilfswerk «Vivamos Mejor» ein.
Mütter bilden sich aus, lernen zu geschäften und kleine Unternehmen zu führen. So können sie ihre Kinder zur Schule und zu einer Ärztin bringen. Natürlich muss sich jemand während einer solchen Ausbldung auch um die Kinder kümmern.
Kinderkrippen für die Kleinen
Das ist bei diesem Projekt in Kolumbien genauso geregelt wie in Marokko, wo die Hilfsorganisation cdf ledige Mütter unterstützt. Die Kinder sind in einem Kinderhort untergebracht, während sich die Mütter quasi eine Lehre machen: in einem Restaurant oder einer Patisserie.
Das zeigt die Bandbreite der Hilfe: im besten Fall geht es darum, dass Mütter einen Beruf lernen können, manchmal geht es aber auch nur ums nackte Überleben. Wie im vom Bürgerkrieg gezeichneten Darfur. Klar ist: Jeder einzelne investierte Franken in diese Hilfsprojekte lohnt sich.
Wie die Glückskette bei der Verteilung der Spendengelder genau vorgeht, könnt ihr hier nachlesen.
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