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26.04.2010

Pop-Geschichten: Wave & Punk

In der Kategorie Wave & Punk haben euch zwei Songs überzeugt, während drei im Voting unten durch mussten. Klarer Sieger wurde «Godzilla» von Mother's Ruin mit 38 Prozent aller Stimmen. Auf Platz 2 landeten Crazy mit «Ech will frei si». Die drei anderen Songs mussten sich mit den Ehrenplätzen begnügen.

Etwas Punk-Geschichte:
Das 1976 in New York erschienene Debut der Ramones gilt als erstes Punk-Album, doch erst die Sex Pistols und Clash setzten 1977 in London Punk wirklich nachhaltig auf die musikalische Landkarte. Und lieferte der Jugend mit «No Future» auch gleich das Motto des Moments.

Kurz darauf gab es auch in der Schweiz die ersten Punk/Wave-Bands. Alle hatten eines gemeinsam: Sie gaben der latent vorhandenen Unzufriedenheit einen Ausdruck und lieferten die Hymnen zu den Jugendbewegungen der frühen Achtziger Jahre.

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Mother’s Ruin: «Godzilla»

Wenn ein Monster verliebt ist wird's gefährlich. Dies vermittelt uns der Mother's Ruin-Song «Godzilla» aus dem Jahre 1979. Noch bestechender als die Geschichte ist allerdings das eingängige Riff, welches medial auch immer wieder zur musikalische Untermalung der Zürcher Unruhen diente. Wie zeitlos und wandelbar diese Nummer ist, zeigte 2007 auch ein Sampler, auf welchem der Song von diversen Künstlern adaptiert wurde.

Song-Ausschnitt hören Die Geschichte zum Song

 


Crazy: «Ech will frei si»

Wichtiger Teil der noch jungen Schweizer Punkszene war die Luzerner Band Crazy. 1980 schrieben das Quintett den Song «Ech will frei si» - eine Absage an die Gesellschaft und die Welt. 30 Jahre haben auch die Musiker verändert: Ein Musiker verstarb ob seinen wilden Drogengeschichten, ein anderer ist heute CVP-Politiker und Heimleiter und hat sich der Szene abgewandt. Getroffen hat DRS 3 das verbliebene Trio: Den Gitarristen Mongi, der heute noch als Punkmusiker durchs Land zieht, den von Sex, Drugs and Rock'n'Roll gezeichneten Drummer Hannibal und den Sänger Urs Knüsel: Heute Familienvater mit bürgerlichem Job. Sie erzählen die Geschichte vom Song «Ech will frei si».

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The Bucks: «I Ain’t Doin‘ It»

Es war die Zeit der Strassenschlachten in Zürich. Jugendliche warfen Pflastersteine, demonstrierten für ein autonomes Jugendzentrum und empörte sich über die Millionen, die die Stadt ins Opernhaus fliessen liess. In diese Zeit passte der rauhe Punk-Sound der Zürcher Bucks wunderbar: Sänger und Bassist Rams lief selber an Demos mit und gab im Anschluss heissumjubelte Konzerte. Noch heute stehen Rams die Haare zu Berge, wenn er an den oft zitierten Satz des Zürcher Stadtpräsidenten Sigmund Widmer denkt: «Rock ist keine Kultur!».

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Sperma: «Züri Punx»

1979 veröffentlicht die damals junge Zürcher Band «Sperma» ihren Hit «Züri Punx». Sperma war eine der Bands der innovativen Punkszene in der Limmatstadt. «Züri Punx» beschreibt genau, wie es damals um die Band stand. Am Wochenende wollte man Punk und Anarchie und unter der Woche war man Bürogummi. Neben simplen Songstrukturen ist der Text kernig und einfach und das kam an. Die Aufnahmen zum Song waren eine Tortur für den Sänger, wie Dr. Peter A. Schmid im DRS 3 Interview erzählt. Bei Liveauftritten war es nicht so schlimm, dass man sein Instrument nicht einwandfrei beherrschte oder, im Fall von Dr. Peter A. Schmid, die Töne nicht perfekt traf. Im Studio hingegen musste der zum Teil auch gewünschte Dilettantismus einem sauberen Schaffen weichen, was für die Band nicht einfach war.

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Kleenex: «Nice»

Klassische Inspirationsquellen für Bands sind gescheiterte Beziehungen, erfüllte oder unerfüllte Liebe, Orte, Personen, politische Ereignisse oder alltägliche Beobachtungen. Die Zürcher Band Kleenex schrieb ihren ersten Hit aufgrund ihres Auftritts bei der Eröffnung einer Modeboutique. «Nice» nannten sie den eingängigen Song, der zwischen den Zeilen alles andere als nett war. Kleenex machten sich auf charmante Art und Weise lustig über die Kundschaft der Boutique, die sie zur Eröffnung ihres Ladens engagierten. «Nice», eine nett verpackte Nachricht mit Punkattitüde an die Schicki-Micki-Konsumgesellschaft.

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