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Neue Pop-Geschichten: Engagement

Pop-Geschichten: Engagement

Protest gegen soziale, gesellschaftliche und politische Missstände in ein Lied zu fassen, ist wohl eines ältesten Mittel, sich Gehör zu verschaffen. Auch in der Schweiz bewirkten MusikerInnen mit ihren Liedern mehr als die blosse Unterhaltung.

Bei den musikalischen Aktivisten war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. «Die Ballade von Kaiseraugst» von Aernschd Born hatte während der ganzen Woche die Nase vorn. Doch dann, gewinnt in den letzten Minuten mit einem hauchdünnen Vorsprung der «Heisse Summer» von Polo's Schmetterding.

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Polo’s Schmetterding: «Heisse Summer»

Auch Polo Hofer lieferte seinen Song zu den Jugendunruhen der 80er Jahre, was etwas erstaunen mag, da der Berner doch eher zu den Alt-68ern zu zählen ist. «Heisse Summer» aus dem Jahr 1981 war nicht ein eigentlicher Protestsong, sondern vielmehr eine Momentaufnahme der protestierenden Jugend von damals. Diese fühlte sich von Polo denn auch eher angebiedert und schmiss an seinen Konzerten Eier und Bananen nach ihm. Eine solche Ladung Eier war dann auch der Auslöser für den Song...

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Aernschd Born: «D Ballade vo Kaiseraugst»

Seinen grössten Auftritt hatte der Basler Songpoet Aernschd Born 1975 mit seiner «Ballade vo Kaiseraugst». Sein Konzert fand vor tausenden DemonstrantInnen statt, die jenes Gelände 12 Wochen besetzt hielten, auf dem das Atomkraftwerk Kaiseraugst geplant war. Born wurde damit zur singenden Galionsfigur der Anti-AKW-Bewegung, deren Protest schliesslich den Bau des Atommeilers verhinderte.

Heute ist Aernschd Born 61 Jahre alt, wohnt in Basel, setzt sich immer noch gegen Atomkraftwerke ein und singt immer noch Lieder.

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Greis: «Global»

Polit-Engagement in der Popmusik ist vielleicht nicht die Schweizer Spezialität. Was nicht heisst, dass einheimische Musiker nur über Schokolade, Berge und die Liebe singen. Der Berner Rapper Greis vertritt in seinen Songs schon zu Beginn seiner Karriere messerscharfe, kämpferische Positionen. Auf seinem Debut-Album EIS überzeugte er mit einem fundiert gesellschaftskritischen Blick und klaren politische Aussagen.  Im Song GLOBAL rief er gar zum organisierten Kampf gegen die selbsternannten «Global-Players» in Politik und Wirtschaft auf.

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TNT: «Züri brännt»

Manchmal braucht es nicht viel und man schreibt Musikgeschichte. Die Schweizer Punkband TNT brauchte 1980 gut 42 Sekunden. So lange dauert ihr Song «Züri brännt». Längst ist das kurze, wütende Lied zum Symbol geworden, zum Symbol für den heissen Zürcher Sommer 1980, als die Jugend auf die Strasse ging und für eigene - sprich alternative - Kulturräume demonstrierte. Mit nur 14 Jahren schrie die TNT-Sängerin Sara Schär ihr mittlerweile legendäres und furioses «Züri brännt» ins Mikrofon. Heute, 30 Jahre später, findet sie es schade, dass TNT nur mit diesem einen, kurzen Song in Verbindung gebracht wird.

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Tinu Heiniger und Stephan Eicher: «Zwärgeland»

Die Co-Operation zwischen dem Berner Liedermacher Tinu Heiniger und dem Pop-Chansonnier Stephan Eicher entstand, weil Eicher einen Fanbrief an Heiniger schickte. Sie trafen sich in der Küche von Eichers Wohnung in Paris, diskutierten über das Grounding der Swissair und Eicher drängte Heiniger dazu, darüber ein engagiertes Lied zu schreiben. Heiniger kam zurück mit «Zwärgeland», welches 2002 auf Heinigers Album «Heimatland» erschien. Noch heute schwärmen die beiden Musiker von ihrer Zusammenarbeit.

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