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Pop-Geschichten: Reggae

Durchschnittliche Niederschlagsmenge in Jamaika, dem Geburtsort des Reggae: 100mm pro Jahr. Durschnittliche Niederschlagsmenge in der Schweiz: 2000mm pro Jahr.

Kein Wunder brauchte die Reggaemusik angesichts dieser unüberbrückbaren klimatischen Unterschiede unglaublich lange, um sich in der verregneten Schweiz zu etablieren.

Doch es gibt sie, die Schweizer Reggaenauten, und sie lassen mit ihrer Musik nicht nur die Sonne in unseren Herzen scheinen, sondern setzen sich mit ihren Songs überdies für mehr soziale Gerechtigkeit, Toleranz und Liebe ein.

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Open Season: «Step by step»

Die Berner Band Open Season könnte eine Rockband sein. Nicht wegen der Musik, sondern weil der Band Livekonzerte viel wichtiger sind als Videoclips und Fernsehauftritte. Und so konnten sich Open Season bereits eine beachtliche Fanbasis erspielen noch bevor sie ihr erstes Album veröffentlichte. Die Musik von Open Season lebt von der hitzigen Energie des Ska und der Beweglichkeit des Rocksteady; eine Mischung mit der Open Season nicht nur in der Schweiz sondern auch in Amerika und Japan für verschwitzte T-Shirts gesorgt hat: Wer beim Hit «Step by Step» nicht ins Wippen kommt, ist wohl aus Beton gemacht.

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Famara: «Acceptez-moi»

Nur wenige Reggae-Künstler in der Schweiz spielen den Reggae so, wie er auch heute noch im Reggae-Ursprungsland Afrika gespielt und gepflegt wird. Der Basler Famara reist nicht nur musikalisch in den Reggae-Kontinent, auch seine Inspirationen holt er sich immer wieder auf ausgedehnten Reisen durch Afrika. In Gambia hat er vor Zehntausenden Afrikanern gespielt - am Anfang mit etwas mulmigem Gefühl und der Ungewissheit, ob sie ihn wohl akzeptieren würden... Seine Unsicherheit, als Weisser, der schwarze Reggae-Musik macht, akzeptiert zu werden, verarbeitete der Basler im Song «Acceptez-Moi».

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Ganglords: «Girls dem nice»

Die Zürcher Band Ganglords zählt zu den Schweizer Reggae-Pionieren. Noch bevor in der Schweiz jemand überhaupt wusste, wie man «Patois» schreibt, dröhnte diese Hochsprache des Reggae - eine ureigene Mischung aus Englisch und der auf Jamaika heimischen Kreolensprache - bereits aus helvetischen Radios. «Girls dem Nice» erschien 1991 als 7-inch-Schallplatte und bewies eindrucksvoll, dass die karibische Sonne auch in verregneten Schweizer Studiokellern scheinen kann. Dieser Song bildete den Startschuss für eine äusserst fruchtbare Karriere der Ganglords, in der die Zürcher auch mit zahlreichen grossen Künstlern aus Jamaika zusammenarbeiteten.

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Junior Tshaka: «Le monde est un grand village»

Reggae jenseits des Röstigrabens: Der Neuenburger Junior Tshaka schrieb seinen Song «Le Monde Est Un Grand Village» noch in der Schweiz. Ein Song, der die positiven wie negativen Seiten der Globalisierung thematisiert. Vollendet war der Globalisierungs-Song allerdings erst, nachdem Junior Tshaka nach Dakhar in den Senegal gereist war. Im Studio seines Freundes Didier Awadi nahm Tshaka zusammen mit sechs senegalesischen Musikern den Song fertig auf.

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Lee Everton: «I feel like dancing»

In den 90er Jahren leistete Fabian «Fäb» Brunner Hip Hop Pionierarbeit mit der Zürcher Gruppe Sendak. Doch dann geschah 2001 ein Autounfall und danach hatte Fabian Brunner keine Lust mehr auf harte Rhythmen, sondern auf sanfte Reggae Melodien. Unter dem Pseudonym Lee Everton startete er eine zweite Musikkarriere. Mit seiner Debütsingle «I feel like dancing» wurde er von Radio Couleur 3 entdeckt. Und das obwohl er erstens sagt, der Song sei unglaublich simpel, und zweitens, er können gar nicht Reggae spielen.

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