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Freitag, 27.1.2012

Facebook lernt neue Wörter

Heute kann Facebook auf etwas zeigen und «Mag ich!» sagen - nicht viel mehr als ein Höhlenmensch. Jetzt soll Facebook neue Wörter lernen.

Australopithecus likes woman. (Foto: Flickr/Marcus Nunes)

An einer Veranstaltung für Entwickler hat Facebook die sogenannten «Actions» vorgestellt. Damit können Dritt-Entwickler Apps für Facebook bauen, sie mit ihren eigenen Webdiensten verbinden und Facebook so neue Verben beibringen, wie «kaufen», «wollen» oder «kochen».

Beispielsweise könnte eine Website mit Kochrezepten eine App für Facebook entwickeln, die unseren Freunden mitteilt, dass wir gerade ein bestimmtes Rezept kochen: «Peter Meier kocht Yam Nüa». Wenn den Freunden dabei das Wasser im Mund zusammenläuft, wären sie mit einem Klick gleich ebenfalls auf dem Rezept.

Wollen und Kaufen
Denkbar sind auch Anbindungen an Shops: Wer dort etwas auf eine Wunschliste setzt, teilt das auf Facebook seinen Freunden automatisch mit: «Peter Meier wünscht sich Skateboard». Und hat Herr Meier sich dann seinen Wunsch erfüllt, erfahren das seine Facebook-Freunde ebenfalls.

Facebook hat bereits damit begonnen, neue Verben zu lernen: Das erste Anwendungsbeispiel der neuen Strategie ist Spotify. Wer bei Spotify Musik hört, teilt das jeweils in Echtzeit auch seinen Freunden mit: «Peter Meier hört Lana Del Rey: Video Games».

Die neuen Schnittstellen wurden nun den Entwicklern vorgestellt - Spieleanbieter Zynga oder die Rezeptseite Foodspotting entwickeln bereits entsprechende Anwendungen. Sobald diese von Facebook zugelassen werden, tauchen dann die neuen Verben in den News-Tickern der Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer auf.

Wertvolle Daten
Für Facebook sind «Actions» eine zentrale Strategie. Denn die Aussagekraft eines «Like» ist beschränkt. Wenn man hingegen von den Nutzer weiss, was sie wollen, kaufen, kochen und lesen, hat man sehr wertvolle Daten, an denen Werber interessiert sind.

Da es «Actions» erfordern, eine App in Facebook zu installieren, können diese neuen Verben nicht ohne Zustimmung der Benutzer eingeführt werden. Ebenso verspricht Facebook eine feinere Kontrolle darüber, welche Aktionen wem mitgeteilt werden. So könnte Peter Meier seinen Freunden zwar alle Wünsche mitteilen, die tatsächlichen Käufe dann aber für sich behalten.

Guido Berger

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