(Keystone)
Cannabis - das illegale Heilmittel
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Hanf, eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, für die Herstellung von Kleidung und Papier sowie als Allheilmittel verwendet worden. Zunehmend wurde die Pflanze aber verdrängt, verboten und kriminalisiert.
Es spielten mehrere Gründe zusammen, dass Cannabis im Laufe des 20. Jahrhunderts verboten wurde. Durch die Mechanisierung der Baumwollspinnereien trat die Baumwolle ihren Siegeszug im Textilmarkt an. Mit der Erfindung der Zellstoffherstellung aus Holz verlor Hanf auch seine Bedeutung in der Papierindustrie. Die Petrochemie lieferte Alternativen zum Hanföl und Kunstfasern ersetzen den Rohstoff Cannabis im Seilmarkt.
Gleichzeitig wird das Hanf als Droge verteufelt: Berichte kommen auf über Gewaltverbrechen, die durch die Droge ausgelöst wurden, in den USA wird Marijuana mehr und mehr als Rauschmittel der Farbigen und karibischen Einwanderer geächtet, die ehemalige Nutzpflanze wird als «Teufelsdroge» verschrien. 1951 wurde in der Schweiz Cannabis verboten.
Ende der 60er-Jahre wurde der Joint eines der Symbole für Frieden und Toleranz der 68er Bewegung. Wer Cannabis rauchte, protestierete damit gegen die konservative, bürgerliche Lebensart. Heute ist Cannabis keine Protestdroge mehr, sondern wird meistens in der Freizeit zum blossen Vergnügen konsumiert. In der Schweiz wird seit Jahren auf parlamentarischer Ebene eine Revidierung des Betäubungsmittelgesetzt diskutiert.
Downloads zum Beitrag:
- Studie der Universität Zürich: Cannabis und Psychosen (83.8KB, PDF)
- Bundesamt für Gesundheit: Monitoring der Cannabis Problematik in der Schweiz. Sentinella-Studie 2004 bis 2006 (699.5KB, PDF)
- Ist Cannabis ein Medikament? Quelle: Jugend ohne Drogen (53.0KB, PDF)
- Cannabis: Was Eltern wissen sollten. Quelle: SFA (663.5KB, PDF)
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