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(Reuters)

Obamas Strategie am Hindukusch

Die USA wollen ihren Militäreinsatz in Afghanistan bis 2014 beenden. Am 22. Juni 2011 kündigte US-Präsident Barack Obama an, bis im Sommer 2012 33'000 der insgesamt rund 100'000 US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Bereits per Ende 2011 wurde die US-Truppenstärke um 10'000 Mann verringert.

Kampf gegen al-Qaida erfolgreich
Obama nannte als Gründe die deutlichen Fortschritte im Kampf gegen die Terrororganisation al-Qaida, die Afghanistan als Operationsbasis genutzt hatte. So habe mit der Hilfe Pakistans die Hälfte der Führungsriege der al-Qaida ausgeschaltet werden können. Anfang Mai 2011 - neuneinhalb Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 - wurde al-Qaida-Chef Osama Bin Laden in Pakistan von einer US-Spezialeinheit erschossen.

Anfang 2010 hatte Obama die US-Truppen in Afghanistan wegen den erstarkten Taliban um rund 30'000 Soldaten aufgestockt. Zugleich stellte er bereits damals den Abzug ab Mitte 2011 in Aussicht.

Der Beginn des Ende des Krieges
Der Truppenabzug markiere den Beginn und nicht das Ende der Bemühungen, den Krieg zu beenden, sagte Obama im Juni 2011. Die Aufgabe der US-Streitkräfte  wandle sich von einem Kampfauftrag hin zu einer unterstützenden Funktion.

Die US-Truppen sollen denn auch sukzessive ganz aus Afghanistan abgezogen werden. Bis 2014 wollen die USA und ihre Verbündeten die Verantwortung für die Sicherheitslage an die afghanischen Sicherheitskräfte übertragen.

Pakistan als wichtiger Partner
Ende 2009 war im Rahmen von Obamas Afghanistan-Strategie auch Pakistan in die Pflicht genommen worden. So vereinbarte Washington mit dem Nachbarland Afghanistans eine Intensivierung der Zusammenarbeit, um «jene Gruppen zu bekämpfen, die unsere Länder bedrohen», so der US-Präsident damals.

Eine «effektive Partnerschaft» mit dem Nachbarland Afghanistans bezeichnete Obama als eines der drei Kernelemente; neben den Bemühungen, die Verantwortung für die Sicherheit auf die Afghanen zu übertragen und den Aufbau ziviler Strukturen voranzutreiben.

Die Stossrichtung von Obamas Hindukusch-Strategie - Bekämpfung von Taliban und den ausländischen Terroristen der al-Qaida in Afghanistan, Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte und zivile Aufbauhilfe - hatte der Präsident schon kurz nach seinem Amtsantritt im März 2009 verkündet. Daraufhin wurden die US-Truppen am Hindukusch ein erstes Mal um gut 20'000 Soldaten und Ausbildner aufgestockt.

Pakistan in die Pflicht genommen
Auch die Zusammenarbeit mit Pakistan verstärkte Obama bereits damals ein erstes Mal. Er erhöhte die zivile Hilfe für das östliche Nachbarland Afghanistans um das Dreifache. Tatsächlich hat Islamabad seither den Kampf gegen Taliban und al-Qaida-Extremisten in den  Grenzgebieten zu Afghanistan verstärkt und mehrere Militäroffensiven eingeleitet.

In den USA stösst der Militäreinsatz in Afghanistan inzwischen immer mehr auf Ablehnung: Viele US-Soldaten verlieren am Hindukusch ihr Leben und auch die Kosten angesichts der leeren Kassen in Washington werden immer mehr zum Thema. Der Krieg in Afghanistan kostet die USA jedes Jahr rund 75 Milliarden Dollar. (pet, sda/afp/dpa/reuters)

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