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Aufräumarbeiten in Berlin. (Deutsches Bundesarchiv)

Von der Kapitulation zum Grundgesetz

Die wichtigsten Stationen von Kriegsende bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten.

1945

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet die KapitulationsurkundeNach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8./9. Mai 1945 ist das Ende des Krieges und der Nazi-Herrschaft besiegelt.

Die neuen Herrscher in Deutschland sind die Siegermächte USA, UdSSR, England und Frankreich. Am 5. Juni übernehmen sie die Regierungsgewalt in Deutschland und setzen den Alliierten Kontrollrat ein mit Sitz in Berlin.

Deutschland wird in vier Besatzungszonen unterteilt, Berlin in vier Sektoren.

Vom 17. Juli bis 2. August verhandeln die drei Siegermächte USA, UdSSR und England die Zukunft Deutschlands an der Potsdamer Konferenz. Deutschlands Grenzen werden neu gezogen. Vor allem aber wird die Grundlage für die künftige Besatzungspolitik gelegt: Deutschland soll entnazifiziert werden, entmilitarisiert, demokratisiert und die Industrieanlagen sollen demontiert werden.

In den amerikanischen Zonen werden bereits im September die ersten Bundesländer gegründet als Verwaltungseinheiten.

Im November beginnt in Nürnberg der Prozess gegen 22 führende Militärs und Nationalsozialisten, der bis zum Oktober 1946 dauert.

1946

Warteschlangen bei der Ausgabe von Essenmarken. Bild: Deutsches Bundesarchiv.Im Juni lassen die Amerikaner in Bayern und Hessen verfassungsgebende Versammlungen wählen. Ehemalige Nationalsozialisten sind von den Wahlen ausgeschlossen. In den britischen Zonen werden drei Bundesländer gegründet.

Die Rede des US-Aussenministers James F. Byrnes am 6. September in Stuttgart signalisiert eine Änderung der amerikanischen Politik. Deutschland soll schneller wieder eigenständig werden. Nicht zuletzt die hohen Kosten der Besatzung lassen die US-Politik zu diesem Schluss kommen.

Konkret resultiert daraus die Schaffung der Bizone, die Zusammenlegung der amerikanischen und englischen Besatzungszonen.

1947

Am 1. Januar tritt die Bizone in Kraft. Sie hat zum Ziel, die wirtschaftliche Selbständigkeit des Gebiets bis 1949 zu erreichen. Die Franzosen stehen dieser Idee einer wirtschaftlichen Erstarkung Deutschlands weiter skeptisch gegenüber.

Brennholztransport mit dem Schlitten. Bild: Deutsches Bundesarchiv.Der harte Winter 46/47 führt die Not der deutschen Bevölkerung deutlich vor Augen, die Bevölkerung hungert und hat ohne Kohle keine Möglichkeit, ihre Behausungen einigermassen zu beheizen.

Der neue amerikanische Aussenminister George C. Marshall bietet am 5. Juni allen europäischen Ländern ein Hilfsprogramm an, das als «Marshall-Plan» in die Geschichte eingeht. Die Hilfe umfasst Sachlieferungen sowie Kredite. In Deutschland legt der Marshall-Plan die Grundlage für das Wirtschaftswunder der 50er-Jahre

Eine Konferenz der Ministerpräsidenten aller deutschen Länder im Juni scheitert vor Beginn, weil der Vertreter der «Ostzone» schon am Vorabend abreist. Es ist das nur ein weiteres Zeichen für das tiefe Zerwürfnis, das zwischen den westlichen Siegermächten und der UdSSR entstanden ist.

Im Herbst beginnt die geheime Operation «Bird Dog». In den USA werden «Deutsche Mark» gedruckt und damit die Währungsreform von 1948 vorbereitet.

1948

Von Februar bis Juni verhandeln in London die Siegermächte – ohne UdSSR – und die Benelux-Staaten als Nachbarn Deutschlands über die Gründung eines neuen deutschen Staates. Frankreich willigt ein, seine Besatzungszone – mit Ausnahme des Saarlandes – der bestehenden Bizone einzugliedern.

Die Londoner Konferenz führt zur de-facto Auflösung des Alliierten Kontrollrates, als im März die sowjetischen Vertreter den Rat aus Protest verlassen.

Umtauschstelle für alte Reichsmark. Bild: Deutsches Bundesarchiv.Am 20. Juni wird die Reichsmark durch die Deutsche Mark abgelöst. Mit der Währungsreform führt Ludwig Erhard als Direktor für Wirtschaft der Westzonen die Marktwirtschaft ein.

Als Reaktion auf die Einführung der Deutschen Mark in West-Berlin blockieren die sowjetischen Besatzer am 24. Juni sämtliche Zugänge zur Stadt. Zwei Tage später richten die Alliierten eine Luftbrücke ein, die bis zum Ende der Berlin-Blockade am 12. Mai 1949 aufrecht erhalten wird.

Die drei westlichen Militärgouverneure fordern die Ministerpräsidenten der Länder am 1. Juli auf, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. Dies soll der erste Schritt zur Gründung eines neuen deutschen Staates sein.

Vom 8. – 10. Juni beraten die Ministerpräsidenten über den Auftrag. Sie erklären sich bereit, ein Grundgesetz auszuarbeiten. Dieser Begriff – anstatt Verfassung – soll dokumentieren, dass es sich um eine provisorische Lösung handelt. Die Ministerpräsidenten wollen so vermeiden, die Zweiteilung Deutschlands festzuschreiben.

Am 1. September 1948 tritt in Bonn der Parlamentarische Rat zusammen, der das Grundgesetz ausarbeiten soll. Die Versammlung besteht aus 65 Mitgliedern der Länderparlamente. Präsident des Rats ist Konrad Adenauer (CDU), Carlo Schmid (SP) ist als Vorsitzender des Hauptausschusses einer der prägende Köpfe des Rates.

1949

Zwei Tage nach der Einführung der Trizone wird am 10. April das Besatzungsstatut verkündet. Damit übergeben die Alliierten die Regierungsgewalt – mit einigen Ausnahmen vor allem im Bereich Rüstung und Aussenpolitik – an deutsche Behörden.

Am 8. Mai verabschiedet der Parlamentarische Rat das Grundgesetz mit der Mehrheit der Stimmen von SPD, CDU und FDP. Die Zentrumspartei und die Kommunisten lehnen den Entwurf ab.

Am 12. Mai geben die Westmächte ihre Zustimmung zum Grundgesetz.

Am 23. Mai wird das Grundgesetz verkündet.

Die CDU/CSU gewinnt die ersten Bundestagswahlen am 14. August. Sie bildet zusammen mit der FDP und der Deutschen Partei eine Regierungskoalition.

Sitzung des ersten deutschen Bundestages. Bild: Deutsches Bundesarchiv.Der Bundestag wählt am 15. September 1949 Konrad Adenauer (CDU) zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zum ersten Bundespräsidenten wählt das Parlament Theodor Heuss (FDP). Kurt Schumacher (SPD) wird Fraktionsvorsitzender der stärksten Oppositionspartei.

In Berlin tagt am 7. Oktober der 2. Deutsche Volksrat und erklärt die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Damit ist die Teilung Deutschlands vollzogen.

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Weiterführende Links zum Beitrag:

  • Besatzungszonen (Wikipedia)
  • Deutsche Geschichten 1945 - 1949
  • Das Grundgesetz (Bundeszentrale für politische Bildung)
  • Marshall-Plan (Bundeszentrale für politische Bildung)
  • Berlin-Blockade (salvator.net)

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