Tiananmen-Massaker wird in China verschwiegen
Die Polizei hat den Platz des Himmlischen Friedens abgeriegelt. (Keystone)
In der Nacht zum 4. Juni 1989 eröffneten Soldaten in Panzern das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten auf dem Tiananmen-Platz in Peking. Bis heute verschweigt die Regierung die wahre Zahl der Opfer. Es dürften jedoch mehrere hundert Tote gewesen sein.
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Vom Jahrestag des Massakers war in Peking selbst nicht viel zu spüren. Die Polizeipräsenz wurde zwar erhöht, doch das ist für die Bewohner Pekings nichts besonderes. Der Tiananmen-Platz wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt und ausländische Journalisten wurden nicht auf den Platz gelassen.
Keine Reaktionen von der Bevölkerung
Auch die staatlich kontrollierten chinesischen Medien ignorierten den Jahrestag. Einem Aufruf von Exil-Dissidenten, als Zeichen der Trauer weisse Kleidung zu tragen, folgte nach ersten Erkenntnissen niemand.
Internet-Zensur verschärft
Bereits am Mittwoch hatten die Behörden die Zensur des Internets verschärft und tausende Blogs, Foren und Kommunikationsportale wie Twitter und Flickr gesperrt. Damit sollte eine Diskussion über die blutige Niederschlagung der Studentenproteste verhindert werden.
Forderung nach Untersuchung
Zum Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz forderte das US-Parlament China auf, alle politischen Gefangenen freizulassen. Das Parlament verlangt zudem, dass das Geschehen von einer Uno-Kommission untersucht wird.
Solidarität von Schweizer Parlamentariern
In der Schweiz trugen rund 80 Parlamentsmitglieder während der Session eine weisse Rose auf der Brust. Mit diesem Zeichen protestierten sie gegen den Umgang der chinesischen Regierung mit dem Massaker.
Gut 40 Schweizer Politiker unterzeichneten auf dem Berner Bundesplatz Postkarten zuhanden des chinesischen Botschafters. Mit ihrer Unterschrift zeigen sie sich besorgt, dass die Geschehnisse von 1989 bis heute nicht aufgeklärt worden seien. (cdm, jpb, ap/sda)
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