• Mein DRS
12.-17. Dezember 2011
Spendenstand
Musik Spenden via Ueberweisung weiterhin möglich. Überweisung Telefon Spenden via Ueberweisung weiterhin möglich. SMS Spenden via Ueberweisung weiterhin möglich. Auktion Spenden via Ueberweisung weiterhin möglich. eigene Aktion Spenden via Ueberweisung weiterhin möglich.
Zur Startseite von Jeder Rappen zählt DRS 3 live hören Stream deaktiviert
    • Startseite
    • Spenden
    • Dabei sein
    • Highlights
    • Verstehen
Social News
  • Artikel auf Facebook
  • Videos auf YouTube
  • Tweets auf Twitter
  • Bilder vom Briefkasten
  • Videos aus der Box
Euer Spendenkalender
Der Soundtrack zu JRZ

«Mueter» von Adrian Stern
Compilation von «Jeder Rappen zählt»

Alle JRZ Videos

  • Wissen:
  • Politik & Zeitgeschehen:
  • 20 Jahre Mauerfall - Die Wende und der Wandel:

(Deutsche Fotothek)

Glossar: Von «Aktuelle Kamera» bis ZK


Was war die Aktuelle Kamera? Wer feierte Jugendweihe? Und warum konnte im Intershop nicht jeder DDR-Bürger einkaufen? Begriffe, die rund 40 Jahre zum Alltag in der DDR gehörten, kurz erklärt.

Aktuelle Kamera Anti-faschistischer Schutzwall Begrüssungsgeld Brigade Blockparteien Bückware Erweiterte Oberschule Freie Deutsche Jugend (FDJ) HO Inoffizieller Mitarbeiter (IM) Intershop Jugendweihe Kampfgruppe Kombinat Konsum LPG Ministerrat NVAPionierePlattenbau Politbüro Polytechnische OberschuleSchwarzer Kanal Spartakiade Stasi Tal der Ahnungslosen Volkskammer Zentralkomitee der SED

Aktuelle Kamera
Tägliche Nachrichtensendung des Fernsehens der DDR. Wie alle DDR-Medien vom Staat kontrolliert. Bis Oktober 1989 diente die Sendung vor allem dazu, die Propaganda des DDR-Regimes zu verbreiten.

Die Meldungen der «Aktuellen Kamera» stammten von der DDR-Nachrichtenagentur ADN. Sie wurden von den Redaktoren im Studio in Berlin-Adlershof lediglich leicht angepasst, um sie für den Zuschauer verständlicher zu machen.

«Hofberichterstattung» aus den Schaltzentralen des DDR-Regimes füllte grosse Teile der Sendung, auch die Auslandsberichterstattung wurde im Sinne der DDR-Führung gefiltert. Die Hauptnachrichtensendung wurde von DDR 1, dem ersten Programm des DDR-Fernsehens, um 19.30 Uhr ausgestrahlt und dauerte 30 Minuten.

Zurück zur Übersicht


Anti-faschistischer Schutzwall
Die DDR-offizielle Bezeichnung für die Berliner Mauer. Die DDR-Führung wollte damit suggerieren, sie müsse sich vor feindlichen Einflüssen aus dem Westen schützen. In der Realität sollte die Mauer die DDR-Bürger im eigenen Land halten. Bis 1961 hatten schätzungsweise 2,6 Millionen DDR-Bürger das Land gen Westen verlassen – für das kleine ressourcenschwache Land ein Desaster.

Zurück zur Übersicht


Begrüssungsgeld
Erhielt seit den siebziger Jahren jeder DDR-Bürger beim Besuch im Westen. Zunächst waren es 30 Mark, auf die zwei Mal im Jahr ein Anspruch bestand. Später wurde der Betrag auf 100 Mark erhöht, der allerdings nur einmal im Jahr erhältlich war.

Richtig bekannt wurde der Begriff aber erst nach dem Mauerfall, als sich in den Grenzstädten im Westen lange Schlangen von DDR-Bürgern vor den Begrüssungsgeld-Stellen bildeten. Das Geld zahlte die Bundesrepublik aus Mitteln des Bundeshaushalts.

Zurück zur Übersicht


Brigade
In der DDR und in den meisten sozialistischen Staaten der Begriff für eine Gruppe von Arbeitskräften – heute würde man sie am ehesten Abteilung oder Team nennen. In einem grossen Betrieb – in der DDR auch Kombinat – genannt – traten Brigaden untereinander auch in den Wettbewerb.

Immer ging es darum, mit der Brigade eine gesetzte Norm zu erreichen oder am besten zu überbieten. Regelmässig wurden dafür Prämien ausbezahlt, die zum Beispiel für Ausflüge mit der Brigade genutzt wurden.

Zurück zur Übersicht


Blockparteien
In den Ostblockstaaten die Bezeichnung für alle Parteien, die neben der allmächtigen kommunistischen Partei noch zugelassen waren. Die Parteien - in der DDR waren dies die Christlich-Demokratische Union (CDU), die Liberaldemokratische Partei Deutschlands (LDPD), die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD) und die Demokratische Bauernpartei (DBD) - waren zwar im Parlament vertreten, besassen aber keine politische Selbstständigkeit und hatten keinen Einfluss.

Die Blockparteien mussten die führende Rolle der SED anerkennen. Zudem waren sie zusammen mit grossen Massenorganisationen zur so genannten Nationalen Front zusammengeschlossen. Bei Wahlen konnten sie sich nur auf einer Einheitsliste um Mandate bewerben. Die Anzahl ihrer Abgeordneten war im Voraus festgelegt.

Zurück zur Übersicht


Bückware
Bezeichnung für alle Arten von Produkten, die in der DDR nur schwierig zu bekommen waren. Diese Mangelwaren wurden vom Verkaufspersonal häufig «unterm Ladentisch» verwahrt – daher der Begriff «Bückware». Glücklich durfte sich schätzen, wer in der DDR entsprechende Beziehungen zu den Verkäuferinnen und Verkäufern hatte, um so an die begehrte Bückware zu gelangen.

Zurück zur Übersicht


Erweiterte Oberschule (EOS)
In der DDR der Schultyp, wo das Abitur auf direktem Wege erworben werden konnte. An der EOS verbrachten Schülerinnen und Schüler anfangs die letzten vier (die Klassen 9 bis 12), ab den achtziger Jahren die letzen zwei Schuljahre (Klassen 11 und 12).

Der Zugang zur EOS war besonders in den späteren Jahren der DDR beschränkt - in der Regel konnten zwei bis drei Schüler aus jeder Klasse an die EOS wechseln. Ein entsprechendes Elternhaus oder eine gewisse Linientreue konnten dabei durchaus behilflich sein. Umgekehrt wurden kritische Geister gern damit bestraft, dass ihnen der Zugang zur EOS verwehrt wurde.

In der DDR gab es noch andere Wege, das Abitur abzulegen. Eine war die so genannte Berufausbildung mit Abitur - ein Weg, der mit der Berufsmatur in der Schweiz vergleichbar ist.

Zurück zur Übersicht


Freie Deutsche Jugend (FDJ)
Eine der einflussreichsten Massenorganisationen der DDR. Die FDJ war die einzige staatlich zugelassene Massenorganisation für die Jugend. Praktisch jeder Jugendliche wurde mit dem 14. Lebensjahr Mitglied in der FDJ. Ausnahmen gab es nur wenige, in den meisten Fällen dürften sie politische Repressalien zur Folge gehabt haben.

Die FDJ war eng mit der Einheitspartei SED verwoben. Die DDR-Staatsdoktrin wurde den Jugendlichen unter anderem über so genannte FDJ-Initiativen, eine vormilitärische Ausbildung und ein straff organisiertes jugendliches Verbandsleben anerzogen. So wurden neben Kultur- und Sportveranstaltungen zum Beispiel auch Massenfesten organisiert.

Trotz - oder vielleicht gerade wegen - der Allgegenwart der FDJ bildeten sich auch in der DDR eine Reihe von jugendlichen Subkulturen heraus. Sie waren häufig vom Westen beeinflusst.

Zurück zur Übersicht


HO
Die H-O, kurz für Handelsorganisation, war ein staatliches Einzelhandelsunternehmen in der DDR. Bekannt waren vor allem die Centrum-Warenhäuser der HO, die es praktisch in jeder grösseren Stadt gab. Bis 1960 gab es schätzungsweise 35'000 Geschäfte, die zur HO gehörten. Dort wurde von Kleidung über Haushaltswaren bis hin zu Lebensmitteln praktisch alles verkauft. Zudem betrieb die HO auch Restaurants und Hotels.

Die Geschäfte und Warenhäuser der HO existierten neben denen der Konsum-Kette. Diese waren - anders als die HO - genossenschaftlich geführt und kein Staatsbetrieb. Besonders in den Anfangsjahren der DDR wurde deshalb versucht, die HO zu bevorteilen. Letzlich etablierten sich aber beide Unternehmen im DDR-Alltag.

Zurück zur Übersicht


Inoffizieller Mitarbeiter (IM)
Bezeichnung für die «Zuträger» des Staatssicherheitsdienstes. Die Inoffiziellen Mitarbeiter standen nicht in einem offiziellen Dienstverhältnis zum Ministerium für Staatssicherheit, häufig erhielten sie für ihre Arbeit nicht einmal eine materielle Entschädigung. Ihre wichtigste Aufgabe bestand darin, Informationen für die Stasi zu sammeln - über Nachbarn, Arbeitskollegen, Bekannte im Sportverein oder auch über Mitglieder der eigenen Familie.

Die IM waren im Rückblick eine der wichtigsten Stützen des Ministeriums für Staatssicherheit. 1988, also kurz vor dem Zusammenbruch der DDR, sollen fast 110'000 IM bei der Stasi geführt worden sein - die Art und Menge der Informationen, die sie der Stasi lieferten, dürften dabei durchaus unterschiedlich gewesen sein.

Zurück zur Übersicht


Intershop
Intershops waren Einzelhandelsgeschäfte in der DDR, in denen vor allem Westprodukte verkauft wurden. Vereinzelt führten die Länden auch hochwertige Produkte aus heimischer Herstellung, die im normalen Einzelhandel der DDR nicht erhältlich waren. Bezahlt wurde mit Devisen.

Die Intershops sollten der DDR zusätzliche, dringend benötigte Devisen beschaffen. Zielgruppe waren Westreisende oder aber auch DDR-Bürger, die über Westgeld verfügten. Über die Intershops floss das Geld an den Staat.

Ab Ende der siebziger Jahre war DDR-Bürgern der Devisenbesitz allerdings offiziell verboten. Theoretisch waren sie verpflichtet, das frei konvertierbare Währungen praktisch sofort nach Erhalt in so genannte Forum-Schecks umzutauschen. Diese Schecks konnten dann im Intershop eingelöst werden. Auch hier war es das Ziel, die in die DDR eingeführten westlichen Währungen möglichst schnell dem Staat verfügbar zu machen.

Zurück zur Übersicht


Jugendweihe
Quasi die sozialistische Version der Konfirmation oder der Firmung. Ursprünglich wurden Jugendweihen bereits im 19. Jahrhundert gefeiert, damals vor allem im linken Arbeitermilieu.

Erst in der DDR aber wurden die Jugendweihen Bestandteil der Alltagskultur. Anknüpfend an die proletarische Tradition wurde bereits ab 1948 versucht, die Jugendweihe - damals noch ohne Gelöbnis - mit den religiösen Feiern gleichzuschalten. Zunächst misslang das und die Jugendweihen wurden abgeschafft. Mitte der fünfziger Jahre aber führte die SED sie wieder ein und stellte sie auch bewusst in den Gegensatz zur Konfirmation. Ab 1955 wurde sie nach acht Jahren Schule als offizieller Festakt begangen.

Formell war die Teilnahme an der Jugendliche «freiwillig», staatlicher und schulischer Druck führten aber schon bald dazu, dass bis Mitte der sechziger Jahre rund 97 Prozent der Jugendlichen an der Jugendweihe teilnahmen.

Obwohl die DDR-Führung versuchte, der offiziellen Feierstunde zur Jugendweihe immer grösseres Gewicht zu verleihen, war für die allermeisten Familien die private Feier viel wichtiger. Für die Jugendlichen war sie dies ohnehin: Für sie war die Jugendweihe meist der erste Anlass, zu dem ein grosser Kreis von Verwandten und Bekannten sich reich beschenkte. Häufig gab es Geldgeschenke, die in Kassettenrekorder oder auch Mopeds umgesetzt wurden.

Zurück zur Übersicht


Kampfgruppe
Paramilitärische Verbände, in der meist männliche Beschäftigte von Betrieben, staatlichen Einrichtungen oder Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammengeschlossen waren. Sie wurden mehrmals im Jahr – meist am Wochenende – zu Übungen zusammengerufen.

Die Kampfgruppen waren eng mit der SED verwoben, ihr offizieller Auftrag bestand darin, die Errungenschaften des Arbeiter- und Bauernstaates «mit der Waffe in der Hand» zu verteidigen.

Zurück zur Übersicht


Kombinat
Grossbetriebe in der DDR. Zum Kombinat gehörten meist mehrere einzelne Volkseigene Betriebe (VEB). In den Kombinatsstrukturen waren Bereiche wie Produktion, Forschung, Entwicklung und Absatz einer Branche zusammengeschlossen.

Zurück zur Übersicht


Konsum
Einzelhandelsgeschäfte in der DDR, die neben den Geschäften der HO die wichtigste Säule des Einzelhandels waren. Die Konsum-Geschäfte waren in der Konsumgenossenschaft organisiert, deren Ursprung bereits im 19. Jahrhundert liegt, die während des Zweiten Weltkrieges liquidiert und danach in der DDR neu gegründet wurde.

Einen «Konsum» gab es in der DDR praktisch überall – jedes noch so kleine Dorf hatte ein solches Geschäft. Auf dem Land wurden dort vor allem die so genannten WtB – Waren des täglichen Bedarfs – verkauft. Mancherorts, vor allem aber in den Städten, gab es jedoch auch Warenhäuser («konsument») oder Spezialgeschäfte.

Zurück zur Übersicht


LPG
Kurz für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. Zusammenschluss der Bauern, ihrer Maschinen und Nutztiere zu einer Genossenschaft. Der Zusammenschluss war nur auf dem Papier freiwillig. Tatsächlich wurde auf die Landwirte häufig erheblicher Druck ausgeübt, sich einer LPG anzuschliessen. Wer sich weigerte, musste mit Benachteiligungen rechnen.

Zurück zur Übersicht


Ministerrat
Formal die Regierung der DDR. Praktisch aber wurden alle wichtigen politischen Entscheidungen in der DDR in den Führungszirkeln der SED getroffen - im Politbüro oder im Zentralkomitee.

Struktur und Zusammensetzung des Ministerrates waren seit Anfang der siebziger Jahre nahezu unverändert. Im Mai 1989 gehörten dem Ministerrat 44 Mitglieder an. 40 von ihnen waren SED-Mitglieder, hinzu kam je ein Vertreter von CDU, LDPD, NDPD und DBD. Die einzige Frau im Ministerrat war Margot Honecker, die Ehefrau von DDR-Staatschef Erich Honecker. Rund 30 Mitglieder des Ministerrates leiteten ein Ministerium, hinzu kamen Mitglieder wie die Chefs der Staatlichen Plankommission, der Präsident der Staatsbank und etliche Staatssekretäre.

Vorsitzender des Ministerrates war der Ministerpräsident. Seit den sechziger Jahren wurde dieses Amt - mit lediglich drei Jahren Unterbrechung - bis zum Herbst 1989 von Willy Stoph ausgeübt. Er hatte zwei Erste Stellvertretende Vorsitzende und neun weitere Stellvertretende Vorsitzende.  Zusammen mit einigen Ministern bildeten sie das Präsidium des Ministerrats. Dieses bereitete sämtliche Entscheidungen des Rates vor - selbstverständlich immer in Absprache mit dem Zentralkomitee (ZK) der SED und dem Politbüro vor.

Der gesamte Ministerrat traf sich einmal wöchentlich - in der Regel mittwochs und damit einen Tag nach der Sitzung des Politbüros.

Zurück zur Übersicht


NVA
Kurz für Nationale Volksarmee, von 1956 bis 1990 die Armee der DDR. Zuletzt gehörten der NVA gut 155'000 Soldaten an. Oberbefehlshaber war in Friedenszeiten der Verteidigungsminister der DDR, im Kriegsfall ein Nationaler Verteidigungsrat.

Seit Anfang der sechziger Jahre galt in der DDR eine allgemeine Wehrpflicht. Wer für tauglich befunden wurde, musste 18 Monate Dienst leisten. Eine längere Verpflichtung bei der Armee galt in der DDR als karrierefördernd.

Zurück zur Übersicht


Pioniere
Kinder zwischen sechs und 14 Jahren waren in der DDR in der Regel Mitglied der Pionierorganisation «Ernst Thälmann», der Jugendorganisation der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Ziel war es, bereits die Jüngsten ideologisch auf Parteilinie zu bringen.

Die Pionierorganisation war 1948 gegründet worden. Zunächst trugen alle Mitglieder als Erkennungszeichen ein blaues Halstuch. Später wurden die Jahrgänge getrennt: Die Jungpioniere - Kinder der Grundschule - trugen das blaue, die oberen Jahrgänge bis zur Klasse 8 ein rotes Halstuch.

Zu gewissen Anlässen bestand «Halstuchpflicht». Der Rest der Pionierkleidung - ein weisses Hemd, ein dunkles Käppi und ein dunkler Rock oder dunkle Hosen - waren nur selten vorgeschrieben. Pioniere wurden - etwa bei Schulhofappellen - mit dem Pioniergruss begrüsst: «Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit!». Sie antworteten darauf mit einer quasi-militärischen Handbewegung und den Worten: «Immer bereit».

Zurück zur Übersicht


Plattenbau
Eine eigene Wohnung war in der DDR etwa so schwer zu bekommen wie ein Auto. Trotz grosser Bemühungen herrschte auch in den achtziger Jahren noch Wohnungsnot. Mietwohnungen wurden zentral vom Staat vergeben. Chancen, in die eigenen vier Wände zu ziehen, hatten vor allem Familien mit Kindern.

Grosse Hoffnungen, das Wohnungsproblem zu lösen, hatte die DDR-Führung in den industriellen Wohnungsbau in Plattenbauweise gesetzt. Schon Anfang der fünfziger Jahre entstanden die ersten Pilotprojekte, schon wenig später wurden Plattenbauten in vielen Orten der DDR im grossen Stil hochgezogen. Spätestens 1972, mit dem staatlichen Wohnungsbauprogramm 1972, setzte sich die Bauweise mit Betonfertigteilen überall im Land durch.

Varianten beim Bau der Wohnblöcke gab es dabei kaum. Weit verbreitet waren etwa Plattenbauten vom Typ WBS 70 - kurz für Wohnungsbauserie 70 - einem in der DDR entwickelten Typ Wohnhaus. Von den rund 1,5 Millionen Plattenbauwohnungen in der DDR wurden rund 40 Prozent nach diesem Modell gebaut.

Das hatte unter anderem zur Folge, dass sich viele DDR-Bürger auch in fremden Wohnungen praktisch blind zurechtfanden - zumal auch die Auswahl an Möbeln überschaubar war.

Nach der Wende verloren die Plattenbauwohnungen - zu DDR-Zeiten hochbegehrt - rasch an Anziehungskraft. Wer konnte, verliess die Siedlungen. Bereits wenige Jahre nach der Wende rückten deshalb vielerorts die Abrissbagger an.

Zurück zur Übersicht


Politbüro
Die eigentliche Machtzentrale der SED und damit der DDR. Das Politbüro war das höchste Organ des so genannten Zentralkomitees (ZK) der SED. Im ZK wurde zwischen den SED-Parteitagen die Parteiarbeit erledigt. Das Politbüro war der innerste Führungszirkel des ZK, hier wurde sozusagen das operative Geschäft erledigt. Das Politbüro erteilte dem Ministerrat der DDR in der Regel Weisungen, die dieser dann umzusetzen hatte.

Zurück zur Übersicht


Polytechnische Oberschule
Kurz: POS. Die allgemeinbildende Schule der DDR, die alle Kinder und Jugendlichen in der Regel vom sechsten bis zum 16. Lebensjahr besuchten.

Bis Anfang der achtziger Jahre konnte mit dem Abschluss der achten Klasse auf die Erweiterte Oberschule gewechselt werden, wo das Abitur abgelegt wurde. In Ausnahmefällen - meist bei besonders schlechten Leistungen - konnte die POS bereits nach der achten Klasse verlassen werden. Der Abschluss der Polytechnischen Oberschule ermöglichte eine Berufsausbildung oder den Besuch einer Fachschule.

Das Konzept der POS sah in der Regel nicht vor, dass sich Schüler während dieser Zeit spezialisierten. Die Schulklassen blieben praktisch über alle Schuljahre in der gleichen Zusammensetzung bestehen.

Zurück zur Übersicht


Schwarzer Kanal
Eine Propandasendung, in denen der Chefkommentator des DDR-Fernsehens, Karl-Eduard von Schnitzler, jeden Montagabend Ausschnitte des Westfernsehens zeigte und im Sinne der SED-Linie sezierte. Schnitzler bezeichnete seine Sendung selbst einmal als «Kläranlage», die «Unrat und Abwässer», die das Westfernsehens «Tag für Tag in hunderttausende westdeutsche und Westberliner Haushalte» ergiesse, reinigen müsse.

Die meisten DDR-Bürger nahmen die Sendung nicht ernst - sie war allenfalls dann eine Pflichtveranstaltung, wenn sie am nächsten Tag im Schulunterricht - beispielsweise in Staatsbürgerkunde -, bei der militärischen Ausbildung oder bei Parteiversammlungen nochmals thematisiert wurde.

Über den Schwarzen Kanal und seinen Moderator kursierte der Witz, dass die meisten Zuschauer ihn nur als Karl Eduard von Schnitz kannten - bei der letzten Endung seines Namens hatten die meisten demnach schon umgeschaltet.

Der «Schwarze Kanal» wurde am 30. Oktober 1989 zum letzten Mal ausgestrahlt. Schnitzler eröffnete damals, er werde weiterhin im Sinne seiner Sendung als Journalist tätig bleiben. Dies beschränkte sich auf ein kurzes Gastspiel bei der Satirezeitschrift «Titanic».

Zurück zur Übersicht


Spartakiade
In der DDR und in vielen anderen Ostblockstaaten regelmässig veranstaltete Sportwettkämpfe für Kinder und Jugendliche. Ziel war es, die Jugend zum Sport zu bringen. Gleichzeitig waren die Spartakiaden immer auch eine Leistungsschau der Sportvereine und dienten dazu, potenzielle Leistungssportler zu erkennen.

Zu den Spartakiaden fanden auf Schulebene Vorausscheidungen statt. Die erfolgreichsten Teilnehmer kamen an die Kreisspartakiaden, von dort an die Bezirksspartakiaden. Alle zwei Jahre fanden DDR-weite Ausscheidungen statt.

Zurück zur Übersicht


Stasi
Kurz für: Staatssicherheitsdienst. Die Stasi war der Geheimdienst der DDR. Er wurde 1950 gegründet und entwickelte sich - vor allem unter dem Hardliner Erich Mielke, der dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) von 1957 bis 1989 vorstand - zu einem militärisch organisierten Dienst, der zugleich Funktionen einer Geheimpolizei wahrnahm. Zur Wende beschäftigte Mielkes Dienst rund 85'000 hauptamtliche Mitarbeiter, dazu zehntausende Inoffizielle Mitarbeiter, die weite Teile des Lebens in der DDR überwachten.

Die Ost-Berliner Zentrale des MfS war in zahlreiche Hauptabteilungen und die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) gegliedert. Letztere war für die Auslandsspionage zuständig.

Neben der Auslandsaufklärung richtete sich das Augenmerk der Stasi vor allem auf Andersdenkende im eigenen Land - so genannnte «feindlich-negative» Kräfte. Ins Visier gerieten dabei sowohl politische und gesellschaftliche Oppositionelle, aber auch Ausreisewillige oder Menschen, die einen alternativen Lebensstil verfolgten. Deren Bespitzelung nahm vor allem in den letzten Jahren der DDR immer enormere Ausmasse an.

Versuche, das Ministerium für Staatssicherheit in den Wendetagen noch zu reformieren und in die neue Zeit zu retten, scheiterten. Um den Jahreswechsel 1989/90 wurden in zahlreichen Städten der DDR die Stasizentralen von Bürgerrechtlern besetzt. Sie erzwangen die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und die Übergabe der Akten.

Verwaltet werden die Akten der Stasi heute vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Die Behörde bietet damit einen quasi einmaligen Einblick in die Arbeitsweise des Geheimdienstes einer Diktatur. Zurück zur Übersicht


Tal der Ahnungslosen
Im Volksmund die Bezeichnung für jene Gebiete der DDR, in denen der Empfang von Westfernsehen nicht möglich war - meist, weil sie ungünstig gelegen waren. Betroffen war vor allem die Gegend um Dresden. Nur wenigen findigen Bastlern gelang es, ausgefeilte terrestrische Anlagen zu bauen und so zu errichten, dass der Empfang der Westprogramme möglich war.
Zurück zur Übersicht


Volkskammer
Das Parlament der DDR. Die oberste Volksvertretung hatte ihren Sitz im Berliner «Palast der Republik». Gewählt wurde zunächst alle vier, später alle fünf Jahre - wenngleich die Wahlen schon von vorneherein einer Farce glichen.

Seit 1950 liess die SED «Gemeinsame Kandidatenlisten» aufstellen, die die Mehrheitsverhältnisse in der Volkskammer von vornherein festlegten. Ein Viertel fiel dabei auf die SED, die Blockparteien 15 beziehungsweise 10 Prozent. Die übrigen 30 Prozent verteilten sich auf die von der SED kontrollierten Massenorganisationen - etwa die Gewerkschaften oder die Jugendbewegung FDJ. Die eigentliche Fraktionszugehörigkeit spielte praktisch keine Rolle, da die meisten Mitglieder von Massenorganisationen ohnehin Mitglied der SED waren.

Der «Palast der Republik», in dem die Volkskammer seit seiner Fertigstellung 1976 tagte, war ein typischer DDR-Protzbau. Neben den Volksvertretern beherbergte der Palast auch eine Reihe von Cafés, Theater und eine Diskothek. Im Volk nannte man ihn spöttisch auch «Erichs Lampenladen» wegen der fast 10'000 Leuchten an der Decke.

Zurück zur Übersicht


Zentralkomitee der SED
Kurz: ZK der SED. Das höchste Führungsgremium der SED zwischen den Parteitagen. Vorbild war das Zentralkomitee der KPdSU in der Sowjetunion. Auch als «kleiner Parteitag» bezeichnet.

Machtzentrum des ZK war das Sekretariat, das die laufenden Arbeiten erledigte und das von einem Generalsekretär geführt wurde. Dieser war gleichzeitig auch Vorsitzender des Politbüros. 1989 bestand das ZK aus 165 Mitgliedern und 57 Kandidaten, die kein Stimmrecht hatten.

Protokollarisch standen die einfachen Mitglieder des ZK vor den Ministern, Sekretäre des ZK waren gegenüber den Ministern weisungsbefugt. Die SED begründete diesen umfassenden Machtanspruch mit der Verfassung. Dort war seit den sechziger Jahren die Führungsrolle der SED festgeschrieben.

Während die politischen Beschlüsse in den ersten Jahren im ZK tatsächlich noch debattiert wurden, beschränkten sich die Tagungen in späteren Jahren mehr auf das Absegnen der Beschlüsse des Politbüros.

Zurück zur Übersicht


Seite weiterempfehlen Facebook Share / Facebook Like Twitter Google+ Email
  • …auf Facebook kommentieren.
    Facebook
  • …auf Twitter kommentieren.
    Twitter
  • …per E-Mail versenden.
    E-Mail
  • …auf Facebook empfehlen.
    Facebook Recommend
  • …auf Google+ kommentieren.
    Google +1

Folge uns auf Facebook
Meistkommentierte Artikel auf Facebook
  • «Jeder Rappen zählt» kommt im Dezember 2012 zurück nach Luzern!
  • Das war JRZ 2011: Die Highlights der Woche
  • Ihr seid grandios - 6'295'846 Franken für Mütter in Not!
Folge uns auf Twitter

Offizieller Hashtag: #jrz11

  • AGB
  • Datenschutz
  • Webmaster
  • Impressum
Schweizer Radio und Fernsehen
  • SF
  • RTS
  • TSR
  • RSR
  • RSI
  • RTR
  • swissinfo
  • HD suisse
  • 3SAT
SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft