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General Henri Guisan, im Bild eines unbekannten Fotografen im Jahr 1949. (Keystone)

Donnerstag, 8.4.2010

Guisan ist Sinnbild des wehrhaften Schweizers

Er gab dem Mythos der Schweizer Wehrkraft ein Gesicht: General Henri Guisan. Sein Porträt hing während und nach dem 2. Weltkrieg prominent in den Schweizer Stuben. Nun wird zu seinem 50. Todestag der «Mythos Guisan» neu beleuchtet.

Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs wählt das Parlament im August 1939 Henri Guisan zum Oberbefehlshaber der Schweizer Armee. Während den kommenden sechs Jahren schafft er es, Militär und Bevölkerung mit einem starken Widerstandsgeist zu beseelen.

Die Wirkung bleibt nicht aus: Als Guisan im August 1945 als General verabschiedet wird, ist er eine nationale Kultfigur. Er hat die Idee des Réduits, der militärischen Alpenfestung, wiederbelebt und zum nationalen Symbol des Widerstands gemacht. Kein Wunder, wird Guisan in der Nachkriegszeit zum Sinnbild des wehrhaften Schweizers stilisiert.

Unumstrittener Mutmacher

Während des Kriegs versteht Guisan es immer wieder, die Schweizer Soldaten aufzubauen und der Bevölkerung Mut zu machen. Beim berühmten Rapport auf dem Rütli am 25. Juli 1940 kündigt er die Réduit-Strategie an: Er ruft alle Truppenkommandanten vom Grad des Major aufwärts zusammen, um sie über die allfällige Zurücknahme der Armee in die Alpen zu informieren.

Im Gegensatz zu Ulrich Wille, dem General während des 1. Weltkriegs, war Guisan in der Schweiz unumstritten. Nach seinem Tod am 7. April 1960 säumten rund 300 000 Personen, darunter viele Veteranen des Aktivdiensts, den Weg seines Begräbniszugs.

Plädoyer für Rehabilitierung

Danach wurde es still um Guisan. Und nachdem in den 1990er-Jahren die Bergier-Kommission ein kritisches Licht auf die Schweiz im 2. Weltkrieg warf, schien der «Mythos Guisan» begraben. Zum 50. Todestag ist nun eine Gegentendenz zu beobachten: Ein Dokumentarfilm beleuchtet sein Leben mit Pathos. Und die Biografie des Journalisten Markus Somm plädiert gar für eine Rehabilitierung des ehemaligen Generals.

Christian Gebhard

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Kontext vom Freitag, 9.4.2010, 09.06 Uhr, DRS 2

Die Auferstehung des Henri Guisan

Ein pathetischer Film am Fernsehen, eine neue Biografie, viel Aufmerksamkeit in den Medien - der 50. Todestag von General Henri Guisan geht mit viel Geschichtsnostalgie ins Land.   Mehr

Hören (30:03)Download (MP3, 13.9MB)


Doppelpunkt vom Donnerstag, 8.4.2010, 20.03 Uhr, DRS 1

Zum 50. Todestag von General Guisan

Mit 65 Jahren sind heute viele schon längst in Pension. Die Bundesversammlung wählte 1939 Henri Guisan in diesem Alter zum General. Mit dem Rütli-Rapport und dem Réduit hat er Schweizer Geschichte geschrieben.  Mehr

Hören (53:29)Download (MP3, 24.5MB)


Sinerzyt vom Mittwoch, 7.4.2010, 09.45 Uhr, DRS Musikwelle

Zum 50. Todestag von General Henri Guisan

Am 7. April 2010 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von General Henri Guisan. Der Waadtländer galt bis weit in die Nachkriegszeit als Symbol für die wehrhafte Schweiz. Wir blicken zurück auf den Rütli-Rapport vom 25. Juli 1940.  Mehr

Hören (8:53)


Tagesgespräch vom Dienstag, 6.4.2010, 13.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Militärhistoriker Rudolf Jaun über General Guisan

Die Schweiz ist kein Land für Helden. Aber zur Zeit des 2. Weltkriegs hat es ein Mann geschafft, zum Idol einer ganzen Generation zu werden: General Henri Guisan.   Mehr

Hören (22:15)Download (MP3, 10.4MB)


Rendez-vous vom Dienstag, 6.4.2010, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Er war einfach der General

Henri Guisan starb am 7. April 1960 im Alter von 86 Jahren in seinem Heim in Pully bei Lausanne. Fünf Tage später ehrte ihn die Schweiz mit einem Staatsbegräbnis. 300'000 Menschen nahmen daran teil. Niemand in der Schweiz des 20. Jahrhunderts wurde so verehrt wie Guisan. Eine Spurensuche, 50 Jahre nach dem Tod des Generals.


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  • Hören (4:25)

Weiterführende Links zum Beitrag:

  • SF-Dossier: Henri Guisan
  • Ausführliche Biografie (Hist. Lexikon der Schweiz)
  • Guisan während des 2. Weltkriegs (Schweiz. Bundesarchiv)

Mehr zum Stichwort:

  • Henri Guisan

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